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Kochen mit dem Schnellkochtopf

« Schonend, sparsam und schnell Lebensmittel zubereiten »

Wo ist er geblieben, der Schnellkochtopf? Dieses Kochgeschirr, das so überaus praktisch ist. Mitte des letzten Jahrhunderts, genauer in den 60ern war er weit verbreitet und für unsere Großmütter war es selbstverständlich damit schnell nach der Arbeit ein Essen für die Familie zuzubereiten. Fragt man Frauen aus dieser Zeit, bekommt man oft die Antwort: „Ohne Schnellkochtopf hätte ich das gar nicht alles geschafft.“ Bei vielen ist er trotz seiner tollen Eigenschaften völlig unverständlicherweise in Vergessenheit geraten. Dabei sind moderne Schnellkochtöpfe ein Musterbeispiel an Einfachheit und Effizienz.

Kochen mit dem Schnellkochtopf – schneller als der Lieferservice

Wahrscheinlich braucht der Pizzabote länger um zu liefern, als Sie, um ein gesundes, frisches Essen im Dampfkochtopf zu zaubern. Für Pellkartoffeln mit Quark benötigt man knapp 20 Minuten, Gulasch steht in nicht mal 50 Minuten auf dem Tisch und ein würziger Linseneintopf benötigt nur eine halbe Stunde.

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Es gibt aber noch viel mehr Vorteile: Die Zubereitung im Wasserdampf ist Nährstoff schonend, fettarm und erhält den Eigengeschmack. Durch die hermetische Abriegelung bleiben nicht nur sämtliche Aromen sowie der Geschmack, sondern auch unangenehme Kochgerüche weitgehend im Topf.

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Außerdem ist der Dampfkochtopf sehr umweltfreundlich, da bei vielen Gerichten bis zu 70 % der Energie eingespart werden kann. Bei all diesen guten Eigenschaften bleibt nur ein Schluss: Öfter mal den schnellen Topf rausholen.

Eine Frau hat ihn erfunden

Wäre hätte gedacht, dass es eine Frau war, die einen Vorläufer des Dampfdrucktopfes erfunden hat. Es muss eine engagierte, clevere Frau gewesen sein, die sich als Wissenschaftlerin zwischen dem 1. und 3. Jahrhundert AD behauptete.

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Maria die Jüdin hat nicht nur den Vorläufer unseres Dampfdrucktopfes, sondern wohl auch den ersten Destillationsapparat, erfunden. Sie wollte allerdings nicht der modernen Hausfrau Zeit sparen, sondern suchte als Alchimistin nach einer Herstellungsmethode für Gold – was ihr bekanntermaßen misslang. Dafür bescherte sie uns aber einen Vorläufer des Dampfdrucktopfs mit dem wir heute kochen!

Der Schnellkochtopf und seine Funktionsweise

Wie kann es sein, dass Speisen in Töpfen wie dem Fissler Vitavit oder dem Silit Sicomatic so viel schneller gar sind als in einem ganz normalen Kochtopf? Der Druckkochtopf ist ein fest verschlossenes Kochgeschirr. Üblicherweise wird der Deckel mittels eines Bajonettverschlusses mit dem eigentlichen Kochtopf fest verbunden und auf diese Weise hermetisch verschlossen. Lediglich die Sicherheitsventile entlassen Dampf für den Fall, dass der Druck zu stark wird.

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Durch den erhöhten Wasserdampfdruck kann eine höhere Kochtemperatur erzielt und die Kochzeit verkürzt werden. Mit etwa 0,8 bar Überdruck, also 1,8 bar Absolut-Druck, kann die Siedetemperatur von Wasser auf ungefähr 117 ° C erhöht werden, was eine Verkürzung der Garzeit um mindestens die Hälfte, teilweise sogar um bis zu 75 %, bewirkt. Dabei kann das Gargut entweder direkt in den Topf gefüllt werden und in Flüssigkeit garen oder in einem Lochbehälter schonend im Dampf zubereitet werden.

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Viele Namen – eine Methode zu kochen

In vielen Gegenden haben sich verschiedene Markennamen als Bezeichnung für den schnellen Kochtopf durchgesetzt. Fragt in Deutschland einer nach dem Sicomatic, würde man in Österreich nach dem Kelomat und in der Schweiz nach dem Duromatik fragen. In allen diesen Fällen wurde der Markenname zum Synonym für das Produkt.

Heute finden sich auf dem deutschen Markt viele bekannte Hersteller hochwertiger Dampfdrucktöpfe. Der Fissler Vitavit ist mittlerweile mindestens so bekannt wie der Silit Sicomatic oder Ecocontrol.

Alle Modelle bieten um bis zu 70 % verkürzte Garzeit gegenüber einem konventionellen Kochtopf und sind absolut sicher in der Anwendung. Wie sich das genau in Zahlen ausdrückt können Sie unseren Dampfkochtopf-Garzeiten-Tabellen entnehmen.

Der Unterschied liegt im Detail

Um Ihnen die Entscheidung, welcher schnelle Kochtopf genau der richtige für Sie ist, ein wenig zu erleichtern, haben wir die wichtigsten Vertreter verglichen und stellen Ihnen die Unterschiede beispielhaft an den Modellen von Silit und Fissler dar.

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Silit Sicomatic

Den ersten Schnellkochtopf mit dem Label Sicomatic brachte Silit bereits 1927 auf den Markt. Einen Meilenstein markierte das Jahr 1975, in dem man den Sicomatic-S erwerben konnte und damit den ersten Dampfdrucktopf der Welt, der über einen Kochregler im Griff verfügte. Dies machte das Kochen damit sehr sicher und komfortabel. Die Funktionskeramik Silargan wurde 1989 auf dem Markt eingeführt.

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Ein kompakter Stahlkern wird in mehreren Bränden mit keramischen Schichten zu einer widerstandsfähigen, untrennbaren Einheit verschmolzen. Nicht grundlos gewährt Silit 30 Jahre Garantie auf das Material Silargan. Die Sicomatictöpfe erhalten Sie aber auch, falls Sie Edelstahl vorziehen, in diesem hochwertigen Material.

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Die Vorteile des Sicomatic

  • einfach zu bedienen und reinigen
  • in der Handhabung absolut sicher
  • drei einstellbare Kochstufen mit übersichtlicher Anzeige
  • für alle Herdarten gleichermaßen geeignet
  • in vielen Größen und Ausführungen erhältlich

Fissler Vitavit

Die Marke Fissler wurde ab 1953 international durch ihren Schnellkochtopf Vitavit bekannt, der mit einem patentierten mehrstufigen Kochventil ausgestattet war.

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Die Firma hatte bereits 1892 Küchengeschichte geschrieben, indem sie die erste Feldküche und damit die heute landläufig als Gulaschkanone bekannte Kochstation erfunden hatte.

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Auch die mit PTFE beschichtete und umgangssprachlich als Teflonpfanne bezeichnete berühmte Pfanne stammt ebenfalls diesem innovativen Unternehmen.

Sicherheitsanzeige und Ampelfunktion

Im Jahre 2009 führt Fissler die Schnellkochtöpfe Vitavit Premium sowie Comfort ein. Beide verfügen über eine Aufsetzhilfe für den Deckel sowie einen innovativen Topfrand. Die farbige Anzeige im Griff zeigt grün, wenn der Topf richtig verschlossen ist.

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Ebenso hilfreich ist die neue Ampelanzeige, mit der das Kochen im Schnellkochtopf auch ohne Erfahrungswerte zum Kinderspiel wird: Zeigt sie Gelb, kann man den Herd herunterschalten. Bei Grün ist die Kochtemperatur erreicht und die Garzeit beginnt. Zeigt sie aber Rot, ist die Temperatur zu hoch.

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Beide Fissler Topfserien verfügen über zwei Garstufen. Die Töpfe der Serie Premium glänzen mit einer zusätzlichen Dampfgarfunktion, bei der kein Druck aufgebaut wird und die einen separaten Dampfgarer überflüssig macht.

Die Vorteile der Fissler Schnellkochtöpfe

  • Kochanzeige mit Ampelfunktion
  • Multifunktions-Kochventil
  • 2 bzw. 3 Garstufen
  • Aufsetzhilfe
  • abnehmbarer Griff mit Verriegelungsanzeige
  • für alle Herdarten geeignet
  • aufgrund der konischen Form gut stapelbar

Einen Dampfdrucktopf bedienen

Kochen mit dem Schnellkochtopf ist heutzutage dank sicherer Ventile und einfacher Anzeigen kinderleicht. Die Garzeit beginnt, wenn die entsprechende Anzeige, bei den meisten Modellen ein farbiger Ring, sichtbar wird. Ab diesem Moment kann die Temperatur des Herdes auf etwa die Hälfte reduziert werden.

Einen Dampfdrucktopf bedienen
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Schnellkochtöpfe sind nicht nur vielseitig, sondern auch sehr langlebig. Das einzige Verschleißteil, der Dichtungsring, ist ein typisches Dampfdrucktopf-Ersatzteil und kann bei jedem Markenmodell günstig nachgekauft werden. Beachtet man noch ein paar kleine Tipps, kann nichts mehr schiefgehen.

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Tipps zum Kochen mit dem Schnellkochtopf

  • Kartoffeln garen gleichmäßiger, wenn man sie mit einer Gabel einsticht.
  • Kartoffeln platzen weniger auf, wenn man den Topf abkühlen lässt.
  • Gemüse wird besonders aromatisch, wenn man es mittels Locheinsatz im Dampf gart.
  • Gargut je nach Garzeit kleiner schneiden, sodass die Garzeiten einander angepasst sind.
  • Bei Gerichten mit Soße nicht die Abdampffunktion nutzen, es könnte spritzen.
  • Schmorgerichte gleich im offenen Schnellkochtopf anbraten.

Kochen mit einem modernen Dampfdrucktopf ist kinderleicht und sicher. Wenn man nicht nur eine Portion zubereitet, ist er oft sogar schneller als die viel gelobte Mikrowelle. Hätten Sie das gedacht? Salzkartoffeln, Reis und selbst Risottos benötigen 6 bis 8 Minuten. Wir können Ihnen den Dampfdrucktopf nur ans Herz legen, sobald man mit der Funktionsweise sowie dem Handling ein wenig vertraut ist, macht es Spaß mit den verschiedenen Gerichten zu experimentieren und sich an der gewonnenen Zeit sowie der auch nach dem Kochen noch sauberen Küche zu freuen.

Soljanka mit Schweinefleisch und Salami im Schnellkochtopf
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Unser Rat: Probieren Sie es aus und überraschen Sie Ihre Gäste mit einem Schmorgericht ohne Aufwand und köstlichem, dampfgegartem Gemüse, das vor Eigengeschmack und appetitlicher Farbe nur so strotzt. So macht das Kochen Freude.

Ein typisches Gericht für den Dampfkochtopf – Wiener Saftgulasch

Es ist eines der liebsten Gerichte bei uns und im Dampfkochtopf geht es schnell und unkompliziert. Probieren Sie es aus und Sie werden sich fragen, warum Sie dieses Gericht nicht schon viel früher entdeckt haben.

Wiener Saftgulasch
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Wiener Saftgulasch für 4 Personen

  • 800 – 1000 g Rinderwade pariert und in grobe Würfel geschnitten
  • 800 g milde Zwiebel grob gewürfelt
  • 1 – 2 EL Butterschmalz
  • 2 Zehen Knoblauch, fein geschnitten
  • 1 EL Tomatenmark
  • ½ L Rinder- oder Gemüsebrühe
  • 3 EL Paprikapulver edelsüß
  • 1 EL Paprikapulver rosenscharf
  • 1 TL Kümmel gemahlen
  • 2 TL Majoran
  • etwas Zitronenschalenabrieb
  • 1 Spritzer Essig
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Salz

Im heißen Butterschmalz die Zwiebeln goldbraun anbraten, das Tomatenmark einrühren und mit dem Essig ablöschen. Das Fleisch sowie alle Gewürze zugeben und ganz kurz anrösten. Dann mit der Brühe aufgießen. Schnellkochtopf verschließen. Die höchste Garstufe einstellen und sobald diese erreicht ist 30 Minuten garen.

Topf abkühlen lassen, vorsichtig öffnen und eventuell noch einmal mit Pfeffer und Salz abschmecken. Dazu passen wunderbar Bandnudeln oder Spätzle.